AmelitMagelit

Donnerstag, 11. September 2008

Erfunden

Gespeichert unter: Philosophie, Sinn — Schlagworte: , , , — amelitmagelit @ 0:41

Sky-Walker schreibt:

…aber wer hat denn diese ganze Chemie, Physik und was weiß ich noch alles erfunden? Also ein Mensch war es sicherlich nicht, und ein Tier wohl auch nicht. Bleiben also nur noch entweder weiterentwickelte Wesen oder eben der Zufall übrig. Demzufolge müsste dann unser gesamtes Leben aus Zufällen bestehen. Wir wären zufällig entstanden, weil es eben gerade einfach so mal passiert ist….

Wieso muss denn all das „erfunden“ sein? Muss denn dann nicht, mit der gleichen Logik, der „Erfinder“ selbst „erfunden“ sein? Die Idee, dass es einen Erfinder geben muss, ist sehr anziehend, aber sie löst das eigentliche Problem nicht, die Frage nach dem woher wird nur verschoben, ohne irgendeinen Verständnisgewinn.

Und was ist überhaupt „Zufall“? Ich sträube mich dagegen, dass es immer nur die Wahl zwischen „Erfunden“ und „Zufällig“ geben kann. Die einfachste und ehrlichste Antwort auf die eigentliche Frage nach dem woher muss immer lauten

„Ich weiß es nicht“

Dass die Frage nach Gott für mich nicht wohlgestellt ist, zeigt folgendes Gedankenexperiment: Nehmen wir einmal an, ein Wesen kommt zu mir und behauptet, es sei Gott. Wie kann dieses Wesen mich davon überzeugen??

Ich könnte das Wesen bitten, mich nach Alpha Centauri zu beamen. Oder die Sonne einzufrieren. Oder mich so groß wie das Sonnensystem machen lassen.

Solche Zaubertricks zählen allerdings nicht, denn die könnten ja auf physikalischen Gesetzen beruhen, die mir nicht bekannt sind, aber dem außerirdischen Wesen. Oder die mir bekannten physikalischen Gesetze gibt es nicht und die Zaubertricks funktionieren durch Magie. Oder mein Gehirn ist falsch verdrahtet und ich halluziniere.

Wenn also alle Zaubertricks, die ich verlange, von dem Wesen vorgeführt werden können, könnte es sich um eine Halluzination handeln, oder um hochentwickelte Wesen, die viel mehr Technik haben als wir, oder es könnte sich um Gott handeln. Wenn allerdings ein einziger Zaubertrick fehlschlägt, so kann ich, unter der Annahme, dass es keine Halluzination ist, ausschließen, dass es sich um Gott handelt (oder ausschließen, dass das Wesen gewillt ist, mich davon zu überzeugen). In diesem Fall muss ich also ein weltliches Wesen und eben nicht Gott vor mir haben.

Es gibt aber kein vorstellbares Experiment, dass mir zeigen könnte, dass es sich nicht nur um ein hochentwickeltes Wesen, sondern um Gott handelt. Wenn also das Wort ‘Gott’ als ‘das höchste Wesen’ definiert ist, so beschreibt diese Definition eine Eigenschaft, die man überhaupt nicht feststellen kann.

Es ist als definierte ich, dass vor meiner Tür ein unsichtbares Einhorn steht, dass von keiner Technik gemessen werden kann. Ein solches Einhorn existiert de facto nicht, da es in keiner Weise mit der wirklichen Welt interagiert.

1 Kommentar »

  1. Hmm, sehr interessanter Ansatz.
    Und ich muss zugeben, ich hab mich da auch ein wenig falsch ausgedrückt. Sich Gott als höheres Wesen vorzustellen halte ich ebenfalls für abwegig. Vielmehr bin ich der Annahme, dass alles Leben zusammen Gott ist. Jede Interaktion von uns ist Teil eines Größeren. Ich will mit meinem Beitrag klarmachen, dass es etwas gibt, das wir nicht wirklich verstehen. Momente, in denen wir denken „Das kann doch nicht zufällig passiert sein“, wenn wir zum Beispiel beide gleichzeitig an das Selbe denken.
    Und da kommt dann auch wieder das hervor, was ich sagen möchte, nämlich, dass alles miteinander verbunden ist. Dass es so viele Dinge gibt die wir einfach nicht erklären können. Und der einzige Beweis den ich habe ist mein Glaube daran … und ein Gefühl. =)

    Kommentar von Thorsten — Sonntag, 5. Oktober 2008 @ 22:00


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